Info:
Die Teichmuschel (Anodonta cygnea), auch als Große Teichmuschel oder Schwanenmuschel bekannt, ist eine beeindruckende Süßwassermuschel aus der Familie der Fluss- und Teichmuscheln (Unionidae). Sie ist in Mitteleuropa heimisch und kommt in Stillgewässern wie Teichen, Seen, Weihern und langsam fließenden Flüssen vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln bis nach Sibirien und reicht im Süden bis Nordafrika. Aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung und ihrer Empfindlichkeit gegenüber Wasserbelastungen steht sie in vielen Regionen unter Naturschutz.
Die Große Teichmuschel kann eine Länge von 10 bis 25 cm erreichen, wobei einige Exemplare bis zu 26 cm groß werden können. Ihr Gehäuse ist oval bis elliptisch geformt, dünnschalig und meist gelblich, grünlich oder bräunlich gefärbt. Die innere Schale (Nacre) glänzt perlmuttartig weiß. Diese Muschel besitzt einen muskulösen Fuß, mit dem sie sich langsam im Bodengrund eingräbt oder fortbewegt. Sie ist ein Filtrierer und ernährt sich von Plankton, Detritus sowie Kleinstlebewesen, die sie aus dem Wasser filtert.
Haltung:
Die Haltung der Teichmuschel im Gartenteich ist relativ einfach, sofern einige grundlegende Bedingungen erfüllt werden. Die Muschel benötigt einen Teich mit einem Volumen von mindestens 120 Litern pro Exemplar, da sie große Mengen an Wasser filtern muss, um ausreichend Nahrung zu erhalten. Ein schlammiger oder sandiger Bodengrund ist essenziell, damit sich die Muscheln eingraben können. Der Teich sollte möglichst naturnah gestaltet sein, mit vielen Wasserpflanzen, die für ausreichend Schwebstoffe und organisches Material im Wasser sorgen.
Teichmuscheln tragen aktiv zur Wasserqualität bei, da sie pro Stunde bis zu 40 Liter Wasser filtern können. Dabei entfernen sie Schwebstoffe und Algen aus dem Wasser und tragen so zur Klärung bei. Allerdings sind sie auf unbelastetes Wasser angewiesen – chemische Belastungen oder starke Filteranlagen können ihre Lebensbedingungen verschlechtern. Ein Teich ohne technische Filterung ist ideal.
Es wird empfohlen, die Große Teichmuschel nicht mit Fischen zu vergesellschaften, da ihre Larven (Glochidien) parasitär auf Fischen leben und diese schädigen können. Die Glochidien heften sich an die Kiemen oder Haut der Fische und entwickeln sich dort weiter. In einem fischfreien Teich entfällt dieses Risiko, und die Muscheln können sich dennoch gut entwickeln.
Die Teichmuschel ernährt sich durch Filtration des Wassers. Sie nimmt Plankton, Detritus sowie Algen auf, die über ihre Kiemen aus dem Wasser gefiltert werden. Für eine ausreichende Versorgung mit Nahrung ist es wichtig, dass der Teich genügend organisches Material enthält. In sehr klaren oder stark gefilterten Gewässern besteht die Gefahr des Verhungerns, da nicht genügend Schwebstoffe vorhanden sind.
Zucht:
Die Große Teichmuschel ist ein Zwitter und produziert während der Fortpflanzungszeit bis zu 600.000 Eier. Diese werden in den Kiemen befruchtet und dort als Larven (Glochidien) gepflegt. Im Frühjahr werden die Glochidien ins Wasser abgegeben und haften sich an geeignete Wirtsfische wie Flussbarsch oder Döbel an. Dort entwickeln sie sich parasitär weiter, ohne dem Wirt großen Schaden zuzufügen. Nach der Metamorphose lösen sie sich vom Fisch ab und sinken als kleine Muscheln auf den Boden.
In einem fischfreien Teich kann es jedoch keine natürliche Vermehrung geben, da den Glochidien die Wirte fehlen. Die Population bleibt daher stabil und wächst nicht unkontrolliert.