Info:
Die Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis), auch als Spitzhornschnecke bekannt, ist eine der größten Wasserlungenschnecken Mitteleuropas. Sie gehört zur Familie der Schlammschnecken (Lymnaeidae) und ist in Europa, Nordamerika und Asien weit verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst stehende und langsam fließende Gewässer wie Teiche, Seen, Tümpel und Flussabschnitte mit dichter Vegetation. Diese Schnecke spielt eine wichtige ökologische Rolle, da sie organisches Material wie abgestorbene Pflanzenreste und Algen abbaut und somit zur Selbstreinigung von Gewässern beiträgt.
Das Gehäuse der Spitzschlammschnecke ist langgestreckt, spitz zulaufend und hornbraun bis gelblich gefärbt. Es kann eine Länge von bis zu 7 cm erreichen. Der Weichkörper der Schnecke ist grau bis braun gefärbt und besitzt auffällige dreieckige Fühler, an deren Basis sich die Augen befinden. Die Schnecke ist zwittrig, was bedeutet, dass jedes Individuum sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane besitzt.
Die Spitzschlammschnecke hat einige interessante Verhaltensweisen: Sie kann nicht nur kriechen, sondern auch frei im Wasser schwimmen oder sich hängend an der Wasseroberfläche fortbewegen. Bei Gefahr presst sie Luft aus ihrem Gehäuse und sinkt wie ein Stein zu Boden. Aufgrund ihrer schnellen Vermehrung sollte ihr Einsatz in Naturteichen gut überlegt sein, da sie empfindliche Laichstadien von Fröschen oder Molchen fressen kann.
Die Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis) ist eine faszinierende Wasserschnecke mit großer ökologischer Bedeutung. Sie trägt aktiv zur Reinigung von Gewässern bei und ist sowohl für Aquarien als auch für Gartenteiche geeignet. Ihre Haltung ist einfach und erfordert keine besonderen Voraussetzungen außer einem sauerstoffreichen und pflanzenreichen Lebensraum. Aufgrund ihrer schnellen Vermehrung sollten ihre Bestände jedoch kontrolliert werden, um eine Überpopulation zu vermeiden. Mit ihrem interessanten Verhalten und ihrer nützlichen Funktion bereichert sie jedes naturnahe Gewässer oder Aquarium.
Haltung:
Die Haltung der Spitzschlammschnecke im Aquarium ist unkompliziert, da sie äußerst anpassungsfähig ist. Ein Kaltwasseraquarium mit einem Mindestvolumen von 50 Litern eignet sich gut für diese Art. Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 10 und 25 °C, wobei sie Temperaturen von 4 bis 30 °C toleriert. Der pH-Wert sollte neutral bis leicht alkalisch sein (6,5–9), und die Wasserhärte kann von weich bis hart variieren. Sauerstoffreiches Wasser ist essenziell für das Wohlbefinden der Schnecke.
Das Aquarium sollte mit einem sandigen oder feinen Kiesboden ausgestattet sein, da die Schnecke gerne am Boden kriecht. Eine dichte Bepflanzung mit robusten Wasserpflanzen wie Wasserpest oder Javamoos bietet Versteckmöglichkeiten und Nahrung. Schwimmpflanzen können zusätzlich schattige Bereiche schaffen. Die Schnecke ernährt sich von Algenbelägen, abgestorbenen Pflanzenresten sowie Aas. In sehr sauberen Aquarien kann zusätzliches Futter wie Spirulina-Tabletten, blanchiertes Gemüse oder Futtertabletten angeboten werden.
Die Spitzschlammschnecke eignet sich hervorragend für die Haltung in Gartenteichen. Sie trägt durch ihre Fähigkeit zur Filtration zur Verbesserung der Wasserqualität bei und kann organisches Material abbauen. Im Winter zieht sie sich in den Schlamm am Boden zurück, wo sie Temperaturen von etwa 4 °C übersteht. Ein Teich mit ausreichender Tiefe (mindestens 80 cm) verhindert das Durchfrieren des Wassers und ermöglicht ein problemloses Überwintern.
Zucht:
Die Fortpflanzung der Spitzschlammschnecke erfolgt durch das Ablegen von Laichschnüren an Wasserpflanzen, Steinen oder der Aquariumscheibe. Ein Gelege enthält etwa 200 Eier, aus denen nach zwei bis vier Wochen vollständig entwickelte Jungtiere schlüpfen. Diese wachsen schnell heran und erreichen nach etwa neun Wochen die Geschlechtsreife sowie die Größe der Elterntiere. Da die Schnecken sehr produktiv sind, kann es bei einer Überpopulation zu Nahrungsknappheit kommen, wodurch sie ihren eigenen Laich fressen.